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Schultoilettenbau in Ukunda, Kenia

DARAD

Das DARAD Bildungszentrum liegt im rund eine Stunde südlich von Mombasa gelegenen Ort Ukunda. Hier werden zurzeit 230 Kinder aus den angrenzenden Slums betreut. Dies geschieht in einem Kindergarten und einer Schule, in der es Unterricht bis zur 5. Klasse gibt. Zusätzlich werden Erwachsene im Lesen, Schreiben und im Englischen weitergebildet.

Die Schule wird seit 2006 von unserem Projektpartner Lebensblume e.V. aufgebaut. Es konnten bisher vier kleine Häuser, sieben Lernpavillons, ein Store, eine Küche mit überdachtem Essplatz und Waschräume errichtet werden. Das schnelle Wachstum der Schule führt diese aber immer wieder an Kapazitätsprobleme, so dass sich zwei größere Schulgebäude in Planung befinden. Dies spiegelt sich auch in der sanitären Situation wieder. Für rund 250 Personen stehen nur vier Plumpsklos zur Verfügung. Zudem sind die Auffanggruben in unmittelbarer Umgebung des schuleigenen Brunnens, so dass die Gefahr einer Kontaminierung der Wasserquelle durch die versickernden Fäkalien besteht.

Die Regionalgruppe Aachen hat sich daher diesem Problem angenommen und eine Vielzahl an möglichen Sanitärlösungen in Erwägung gezogen. Nach eingehendem Vergleich konnte der Aufbau von Trenntoiletten als nachhaltigste und effektivste Lösung gefunden werden. In diesem System werden Urin und Fäkalien voneinander getrennt und separat gelagert. Der Urin kann nach sechsmonatiger Lagerzeit als sehr guter Dünger im Schulgarten eingesetzt werden. Die Fäkalien werden in Gruben kompostiert, so dass auch sie zur Anreicherung der Nährstoffe in Böden genutzt werden können.

Ziel des Projektes ist es, zwölf Toiletteneinheiten für die Schule zu erstellen. Dabei sollen die Schüler und Lehrer in den Bau mit eingebunden werden, um die Wertigkeit von Hygiene zu vermitteln und gleichzeitig das Wissen für den Bau von Trenntoiletten in der lokalen Bevölkerung zu erhalten. Bei weiterer Expansion der Schule sollte die Toiletteneinheit idealerweise selbstständig erweitert werden können.

Zielgruppe

Die Zielgruppe des Projektes sind die Schüler des Darad-Ausbildungszentrums in Diani Beach in Kenia. Die meisten Schüler des Bildungszentrums kommen aus einem slumähnlichen Stadtteil der Stadt Ukunda. In dem Ausbildungszentrum, das sich zur Zeit noch im Aufbau befindet, werden Kinder in einem Kindergarten betreut, Schüler bis zur 5. Klasse unterrichtet und Erwachsene im Lesen, Schreiben und im Englischen unterrichtet. Das Hauptaugenmerk liegt auf der Kinderbetreuung und der schulischen Ausbildung der Kinder. Die angestrebte Größe der Schule sind 500 Schüler, zurzeit werden 230 Schüler betreut.

Projektpartner im Entwicklungsland

Der Projektpartner in Deutschland ist der Verein „Lebensblume e.V.“, und deren Partnerorganisation „DARAD EDUCATION-CENTER“ mit der „DARAD MONTESSORI ACADEMY“. Der Verein widmet sich ausschließlich dem Aufbau des oben beschrieben Ausbildungszentrums. Im Sommer 2006 wurde zu diesem Zweck das erste Stück Land in Ukunda erworben und darauf vier kleine Häuser, sieben Lernpavillions, ein Store, eine Küche mit überdachtem Essplatz, Waschräume und vier Plumpsklos errichtet. Im Januar 2007 begann der offizielle Schulbetrieb. Das Schulgelände wurde mit der Zeit erweitert und mit einem festen Steinhaus für zwei Klassen bebaut.

Zielsetzung und geplante Maßnahmen

Ziel dieses Projektes ist die Verbesserung der sanitären Einrichtungen im Ausbildungszentrum, die momentan aus vier Plumpsklos bestehen. Zur Versorgung der Schule mit Trinkwasser befindet sich in unmittelbarer Nähe ein Brunnen, der aus einem Grundwasserleiter in etwa 10m Tiefe gespeist wird, so dass die Gefahr der Kontaminierung des Wassers durch die versickernden Fäkalien besteht. Da die Sickergruben nur beschränkt Fäkalien aufnehmen können, müssen die Gruben in regelmäßigen Abständen von etwa einem halben bis zwei Jahren ausgepumpt werden. Darüber hinaus ist die Anzahl der Toiletten für die Menge der Schüler nicht ausreichend, da es nach kenianischen Vorschriften eine Toilette für etwa 25-30 Schüler geben soll. Bei der derzeitigen Anzahl von 230 Schülern und der Erweiterung in naher Zukunft auf ca. 500 Schüler ist dringender Handlungsbedarf gegeben.

Die vorhandenen sanitären Einrichtungen in Form von Plumpsklos sollen durch Komposttoiletten in der Ausführung als so genannte „Trenntoilette“ ersetzt werden. In Trenntoiletten werden die menschlichen Ausscheidungen Festfäkalien und Urin getrennt und separat gesammelt. Der anfallende Urin wird dabei isoliert gespeichert und kann nach einer Lagerungszeit von mindestens 6 Monaten als Dünger verwendet werden. In dieser Zeit wird der Urin hygienisiert und nicht-pflanzenverfügbarer Harnstoff in pflanzenverfügbaren Stickstoff umgewandelt. Der fertige Kompost ist frei von pathogenen Keimen und Viren und kann als Bodenverbesserer genutzt werden. Auch der Urin soll als Dünger verwendet werden. Komposttoiletten benötigen keine elektrische Energie oder anderweitige Hightech-Komponenten. Die benötigten Baumaterialien sind vor Ort vorhanden und die örtliche Bevölkerung und die Mitarbeiter der Schule können in den Bau der Anlage mit eingebunden werden. Darüber hinaus kommen die Toiletten mit geringen Wartungsarbeiten aus.

Durch die Benutzung von Komposttoiletten kann die Bevölkerung vor Ort nicht nur Dünger gewinnen, sondern auch die Ressource Wasser schonen, da Komposttoiletten ohne Spülwasser betrieben werden. Des Weiteren ist es möglich, biologische Küchenabfälle und Gartenabfälle mit zu kompostieren.

Zur sinnvollen Kreislaufwirtschaft ist von Seiten der Schule geplant, auf einer ca. 800m² großen Brachfläche auf dem Schulgelände einen Schulgarten, in dem Pflanzen gezüchtet werden, zu errichten. Die kultivierten Pflanzen können eventuell vor Ort verkauft werden und zur Finanzierung der Schule beitragen. Auf dem Gelände des Schulgartens können der hygienisierte Urin und der Kompost als Dünger aufgebracht werden.

Durch die geplante Einbeziehung der Eltern und der Schüler beim Bau der Trenntoiletten wird ihnen das notwendige Wissen vermittelt, solche Toiletten selbst zu errichten. Dies kann für die eigenen Unterkünfte nützlich sein, aber auch bei einem zukünftigen Ausbau des Ausbildungszentrums können Trenntoiletten dann in Eigenleistung gebaut werden.

Wir haben unser Projekt so geplant, dass wir mit möglichst wenig Geld den größten Nutzen für das Bildungszentrum bereitstellen können.
Trotzdem sind wir natürlich auf Spenden angewiesen, die zweckgebunden direkt dem Projekt zu Gute kommen. Über Spenden auf das
angegebene Konto freuen wir uns daher sehr:

Ingenieure ohne Grenzen e.V.
Ktnr 1030 333 337
Sparkasse Marburg Biedenkopf
BLZ 533 500 00
Verwendungszweck KEN-IOG02

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