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Brückenbauseminar und Standortuntersuchungen in Ruanda - Bridge building seminar and location analysis in Rwanda

Aufenthalt vom 25. Mai bis 6. Juli 2010

This summer, a two-week bridge building seminar has taken place at the Kigali Institue of Science Technology (KIST) in Rwanda. The topic were footbridges for rural areas in Rwanda. The seminar was supervised by Johann Engländer and Sandra Timmermann.
In addition to that, Matthias Quast conducted location analyses in the course of his diploma thesis, where he analyses the need for more bridges and designs one bridge at a selected location.

In diesem Sommer findet am Kigali Institute of Science Technology and Management (KIST) ein zweiwöchiges Brückenbauseminar zum Thema "Fußgängerbrücken für ländliche Regionen in Ruanda" statt. Das Seminar wird geleitet von Johann Engländer und Sandra Timmermann.

Darüber hinaus werden Standortuntersuchungen stattfinden, die federführend von Matthias Quast durchgeführt werden und die er im Rahmen seiner Diplomarbeit auswertet, um den Bedarf für weitere Brücken zu analysieren sowie eine Planung für einen konkreten Ort durchzuführen.

Bericht der Projektdurchführenden:
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Montag, 4. Juli

Eigentlich hatten wir uns für heute noch einige Punkte vorgenommen: Preise für Baumaterialien erfragen, Besprechungen, etc.
Spontan hat die Regierung allerdings diesen Tag als Nationalfeiertag deklariert und somit verlief der Tag anders als geplant.

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Montag, 28. Juni, Mittwoch, 30. Juni

Nachdem wir am Montag den bisher interessantesten Standort besichtigt haben, der aufgrund seiner Wichtigkeit für die Bevölkerung und den vorgefundenen Randbedingungen so gut wie alle Kriterien für einen notwendigen Fußgängerbrückenbau entspricht, beschließen wir, diesen Standort am Mittwoch noch genauer zu untersuchen. Mit 9 Studenten und einem Geologen wird dieser Standort erkundet. Bodenproben erstellt, Profile aufgemessen, sowie die Querung der Leute festgehalten. Auf der vorhandenen, gefährlich provisorischen Brücke queren 150 Menschen pro Stunde an einem Markttag. Der Bedarf einer sichereren Brückenlösung für diese Leute ist im großen Maße gegeben.

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Dienstag, 22. Juni; Donnerstag, 8. Juni

Die Sekundarschulen in Rwamagana und Byimana werden besucht. Bei den Direktoren stellen wir uns vor und beschreiben unsere Projektidee. Beide Direktoren sind sehr interessiert. Der Fragebogen für mögliche Standorte wird an die Schüler verteilt.

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Montag, 21. Juni

Heute sind wir zu weiteren Standorten gefahren. Besucht haben wir Gashizu ganz im Norden, einen Standort der bereits 2008 schon mal ins Auge gefasst wurde. Grundsätzlich schien der Standort nicht schlecht zu sein, der Bedarf ist effektiv aber nicht so groß, da die Brücke nur maximal 1-2 mal pro Jahr für je einen Tag überschwemmt wird und ansonsten gut genutzt werden kann, so die Aussagen der Bevölkerung.

Es kam noch der Zellen-Veranwortliche vorbei und hat uns 2 weitere Brücken gezeigt, die jedoch beide sehr klein sind und mit einfachen Mitteln selbst ertüchtigt werden können, ohne dass eine größere Spannweite nötig wäre – hier haben wir versucht zu erklären, wie die Probleme lösbar sein könnten.

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Samstag, 19. Juni

Weitere Standortuntersuchungen werden durchgeführt, dafür geht es Richtung Norden im Distrikt Gagkene zu den Standorten Rwankuba und Gisiza.

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Freitag, 18. Juni

Bei einem Gespräch mit dem Rektor von KIST bekunden beide Seiten die Wichtigkeit der Fortführung der vorhandenen Kooperation. Der Rektor wird versuchen ein Interview mit Johann und Matthias zum Projekt zu organisieren, sowie einen Beitrag für das ruandische Fernsehen.

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Mittwoch, 16. Juni

Johann, Matthias, Joseph und Esdras versuchen erneut den Standort Kirambo (Autobrücke Baujahr 2006) zu erreichen. Mit einem Pick up von KIST lässt sich die Strecke bewältigen, auch wenn alle Mitfahrer des öffteren mit dem Kopf an die Decke geknallt sind. Die Brücke am Standort is in einem guten Zustand, es müssen nur ein paar Kleinigkeiten ausgebessert werden.

Weiter geht es zum Standort Cyamutunda. Hier wird eine Brücke notwendig für die Anwohner.

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Dienstag, 15. Juni

Den ganzen Tag über bereiten wir die Zertifikatübergabe, die am Abend stattfinden soll, vor. Für die Studenten kochen wir typisch deutsches Essen: Kartoffelsalate und -püree mit Würstchen. Die Studenten sind begeistert - ein schöner Abschlußabend zum Brückenbauseminar.

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Montag, 14. Juni

Wir schauen uns unseren Materialcontainer bei der Deutschen Welle an. Hier liegen einige von den Sendemastabspannungen ausgetauschten Seile. Die Seile können wir für die zukünftigen Brücken gebrauchen. Nachmittags treffen wir uns mit dem Vize-Rektor Lehre von KIST und besprechen die zukünftige Zusammenarbeit zwischen KIST und Ingenieure ohne Grenzen. Auf beiden Seiten wird betont, dass eine Vertiefung der Kooperation und auch Ausweitung auf weitere Fachbereiche sehr gewünscht ist.

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Samstag/Sonntag, 12./13. Juni

Muhabura Block 1

Nachdem wir am Samstag etwa 20 km in der Hitze Kigalis rumgelaufen sind, jede Menge Staub, Abgase und Dreck abbekommen haben, vorbei laufen an schlechten Straßen, stinkenden Abwasserkanälen und Kindern, die sich in braunen Tümpeln Wasser zum Trinken abfüllen während daneben die Frauen ihre Samstagwäsche im gleichen Wasser erledigen, beschließen wir am Sonntag früh aufzustehen und ins Grüne zu fahren. Mit dem Minibus geht es nach Byumba (Giciumi), das auf der Höhe 2200m ü. NN liegt. Hier ist die Luft klar, die Umgebung grün und es weht ein kühler Wind. Wir laufen bis ins Tal zu den Teeplantagen und anschließend wieder bergauf. Treffen jede Menge Leute, die sich freuen, dass mal ein paar Musungos in ihr abgelegenes Nest kommen, hier werden wir noch den ganzen Tag Dorfgespräch sein.

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Freitag, 11. Juni

Letzter Seminartag. Wir überlegen gemeinsam mit den Studenten welche Aufgaben demnächst anstehen. Die Studenten sind sehr an Ingenieure ohne Grenzen interessiert und wollen auch über die anderen Projekte die durchgeführt werden mehr erfahren. Erstes Fazit zum Seminar ist sehr positiv.

Arbeitsgruppe2

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Donnerstag, 10. Juni

Heute morgen haben wir uns zusammen mit unseren Studenten auf dem Testgelände San Marko eine Bambus-Baustelle angeschaut. Seit über einem Jahr gibt es nun den Fachbereich Architektur bei KIST. In Zusammenarbeit mit den KIST Architekten und Ingenieuren und Studenten aus Italien fand im letzten und auch in diesem Jahr ein Workshop zum Thema Bambus statt. Italienische Studenten bauen nun einen Pavilion aus Bambus auf. In Ruanda gibt es mehrere Sorten. Für den Pavillion verwenden sie zunächst eine Sorte mit kleinem Durchmesser (etwa 5 cm). In Gisenyi gibt es auch Bambus mit 10 cm Durchmesser.

Bambustestpavilion San Marko

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Dienstag, 8. Juni

Heute ging es ohne Pannen zum Standort Vunga. Der Weg war weniger rutschig, allerdings aufgrund der Nähe zu den Vulkanen hat unser Minibus große Schwierigkeiten über die steinige Piste zu fahren.

Am Standort Vunga verbringen wir mehr als 3 h. Das Haupttragsystem ist in Ordnung.

Vunga

Ein paar Klemmen versetzten wir und andere Kleinigkeiten für Reparaturen nehmen wir auf und werden sie am Mittwoch mit den Studenten besprechen.

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Montag, 7. Juni

Wir fahren frühmorgens mit 14 Studenten los in einen Minibus gepackt, um die Standorte Nyabukuno, Kirambo und Nyagisenyi zu erreichen. Aufgrund der schlechten Straße nach Kirambo geben wir den Versuch auf, den Standort zu erreichen, daraufhin folgen zwei Wagenpannen. Ein Stein schlägt unsere Ölwanne auf, die Reparatur mitten in der ländlichen Region dauert 3h. Es geht weiter auf schlechter Straße, und wir bleiben im lehmigen Schlamm stecken.

zweite Panne

Die zweite Panne

alte_und_neue_oelwanne

Ölwannen: die eine alt, die andere neu...

Zu Fuß erreichen wir Nyagiseniyi. Die Stunde Fußmarsch lohnt sich, die von uns im Jahr 2005 aufgebaute Brücke ist in einem sehr guten Zustand. Die Haupttragelemente sind völlig in Ordnung. Einige kleinere Reparaturen sind notwendig. Diese werden wir mit den ruandischen Studenten besprechen, so dass sie diese durchführen können.

Nyagisenyi
Nyagisenyi1

Nyagiseniyi: Die Brücke von 2005 ist immer noch in gutem Zustand

Auf unserem langen, späten Rückweg (es ist bereits dunkel und wir haben 2 h Buckelpiste vor uns) geht es zurück nach Kigali mit 14 fröhlichen, singenden Studenten!

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Samstag/Sonntag, 5-6. Juni

Das Wochenende nutzen wir, um uns im Land umzuschauen. Wir fahren mit dem Minibus bis Rusumo (Grenze Tansania) und zurück. Am Samstag abend in Kibungo treffen wir Studenten die an der INATEC (private Universität in Kibungo) "rural development" mit der Vertiefung "rural engineering" studieren.

Die Wasserfälle in Rusumo sind sehr beindruckend. Im Ort Nyakarambi besuchen wir eine Frauenkooperative, die sich auf die Herstellung von traditionellen Kunstwerken (aus Kuhdung) spezialisiert haben (ein Touri-Verkaufsschlager in Kigali).

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Freitag, 4. Juni

Das Thema Bauausführung wird anhand der durchgeführten Projekte erläutert. Anschließend gibt es eine kurze Einführung in das Thema Baukosten. Nachmittags bearbeiten die Studenten weiter ihre Aufgaben.

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Donnerstag, 3. Juni

Matthias berichtet den Studenten von seinem Gespräch mit dem Ministerium. Die Studenten sind sehr angetan von der Idee, dass wir zusammen für notwendige Standorte, die beim Ministerium vorliegen, Brücken planen könnten.

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Mittwoch, 2. Juni

Beim Seminar konzentrieren wir uns noch einmal auf Brückenbausysteme und Modellbildung. Die Studenten erhalten anschließend eine komplexe Aufgabe, bei der sie von der ersten groben Standortwahl sich anschließend für ein Querprofil entscheiden müssen. Die drei Gruppen erhalten alle unterschiedliche Profile. Nun sollen sie jeweils für ihren Standort eine Brücke entwerfen.

Arbeitsgruppe1
Arbeitsgruppe2

Gruppenarbeit

Während Johann und Sandra das Seminar am KIST durchführen, nutzt Matthias die Gelegenheit für Besprechungen. Bei der KfW erhält er weitere wichtige Informationen für seine Standortuntersuchungen und speziell zu den Dezentralisierungsplänen in Ruanda. Am Nachmittag trifft er sich mit einem zuständigen Beamten für Infrastruktur beim Ministerium für lokale Entwicklung.

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Dienstag, 1. Juni

Nachdem wir am Vormittag "Design Basics" zum Brückenbau vermittelt haben, fand am Nachmittag ein Brückenbauwettbewerb statt. Alle Studenten haben 10 Blätter Papier, 10 Schaschlickspieße und 2 m Schnur bekommen. Mit diesen Materialien sollten sie eine möglichst lange Brücke erstellen, die der Last von einer 250g-Tafel Schokolade standhielt. Die Gewinnerbrücke hat eine Spannweite von 54,8 cm erreicht.

Esdras3

Brückenbauwettbewerb

Diana2

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Montag, 31. Mai

Am ersten Tag des Brückenbauseminars haben wir die Grundlagen für die Standortermittlungen am Vormittag vorgestellt. Nachmittags haben die Studenten unterschiedliche Aufgaben bearbeitet und anschließend präsentiert.

Gps1

Praktische Übungen mit dem GPS-Gerät für die Vermessung im Gelände.

gps2

Jeder Student soll lernen, wie man die für eine Brücke nötigen Vermessungen durchführt.

Penetrometer

Auch der Umgang mit einem Eindringtiefenmesser wird geübt.

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25.Mai bis 30.Mai

Ankunft in Kigali: In den ersten Tagen haben wir uns erstmal eingelebt und bei allen KIST Leuten sowie der deutschen Botschaft vorgestellt. Alle sind sehr freundlich zu uns. Besonders werden wir von Joseph, einem Bauingenieurstudent aus dem 4. Jahr betreut. Zunächst haben wir das Brückenbauseminar weiter vorbereitet und die vor Ort verfügbaren Ressourcen erkundet.

Am Montag, 31.Mai, geht das Seminar los. In der ersten Woche werden wir Theorie vermitteln und Übungen zu den einzelnen Unterthemen durchführen. In der zweiten Woche wollen wir möglichst mit allen 15 Studenten uns die vorherigen Standorte anschauen.

Untergebracht sind wir im KIST Guesthouse, das sehr komfortabel ist.

Guesthouse II

KIST Guesthouse

Workshop Appropriate Technology

Workshop "Appropriate Technologies"

Besprechung 29-05-2010

Besprechung mit Joseph, der sich als Student am KIST gut auskennt und sich perfekt um seine deutschen Gäste kümmert