Abgeschlossenes Projekt: Klinik für Geburtshilfe von Schwester Theresa Mansaray in Sierra Leone
Die Solaranlage für die Klinik wurde von Mitgliedern der Ortsgruppe München aufgebaut, das Projekt konnte damit abgeschlossen werden. An der Planung der Anlage waren wir allerdings nicht beteiligt.
Die Ingenieure ohne Grenzen unterstützen die Klinik für Geburtshilfe von Schwester Theresa Mansaray, ein Projekt von Terra Tech Förderprojekte e.V., mit dem Aufbau einer Solaranlage. Die Klinik liegt in der Nähe von Bo, der zweitgrößten Stadt Sierra Leones.
Sierra Leone hat eine der höchsten Mütter- und Kindersterblichkeitsraten weltweit. Gründe dafür sind Mangelernährung und fehlende medizinische Versorgung. Frauen haben in Sierra Leone oft kein regelmäßiges Einkommen und können so Lebensmittel sowie die erforderlichen medizinischen Untersuchungen nicht bezahlen. Um hier eine Verbesserung der Lage zu erreichen, unterstützt Terra Tech Förderprojekte e.V. in Marburg das Geburtshaus von Schwester Theresa Mansaray in Bo, der zweitgrößten Stadt Sierra Leones. Das Geburtshaus ist seit seiner Einweihung im Mai 2003 sehr stark besucht und hat z.B. über 3000 Konsultationen für Kinder unter 5 Jahren durchgeführt. Die Sicherung der Ernährung übernimmt hier das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen.
Die Kontakte zu dem Geburtshaus (M. M. Maternity and Clinic in Bo) reichen zurück bis in die 70er Jahre. Inzwischen hat Terra Tech Förderprojekte e.V. mehrere Projekte dort durchgeführt. Im letzten Jahr wurde eine Halle für Ausbildungszwecke errichtet. Dieses Jahr stand der Aufbau einer Photovoltaik-Anlage auf dem Programm. Für dieses Projekt sind Terra Tech und die Ingenieure ohne Grenzen, beides Vereine mit Sitz in Marburg, ein Joint Venture eingegagen. Die von Terra Tech finanzierte Anlage wurde von Ingenieure ohne Grenzen konzipiert und Anfang Mai dieses Jahres aufgebaut. Drei Ingenieure haben sich dazu auf die Reise gemacht.
Der Aufbau einer Solaranlage in dieser Umgebung muss gut vorbereitet sein, da Ersatzteile in der Regel nicht zu beschaffen sind. Daher wurde ein ganz einfacher Aufbau der Anlage konzipiert. Die Anlage besteht aus drei Teilen: den Solarmodulen, die auf dem Dach montiert werden, den Lampen mit Schaltern und einer Metallkiste, in der alle elektronischen Bauteile und die Batterie fest verschraubt sind. Die Solarpanele wurden aufs Wellblechdach geschraubt, die Kabel wurden im Zwischenboden zwischen Dach und Zimmerdecken verlegt und 12 Lichter zu je 10 Watt und Lichtschalter wurden in den Räumen montiert. Somit wird sichergestellt, dass sich keine Verbindungen lösen oder dass Unbefugte an Teile der Elektronik gelangen. Zudem wird durch den einfachen Aufbau die Montage erleichtert.
Nicht zuletzt unter dem Einfluss der sengenden Hitze hat sich sehr schnell eine effiziente Arbeitsgemeinschaft gebildet. Während die einen auf dem Dach die Solarmodule montiert und unter dem Dach bei bis zu 50° C die Kabel verlegt haben, haben die anderen in den Räumen die Lampen an der Decke verschraubt und die Schalter neben der Eingangstür montiert und verdrahtet. Zusammen mit den Technikern vor Ort konnte ein multikulturelles Montageteam gebildet werden, da viele Arbeiten gemeinsam durchgeführt werden konnten. Auch das war ein Vorteil des einfachen Konzeptes dieser Anlage.
Zu Ehren der Gäste aus Deutschland wurde auch eine Feier veranstaltet. Zunächst wurde eine Ansprache gehalten, dann haben die Frauen zu den Rhythmen ihrer Instrumente getanzt. Eine der Frauen war mit einer dunklen Maske besonders verkleidet. Das war sehr beeindruckend, fremd, freudig und ernsthaft, alles zu gleich. Allen war klar, dass hier ein Meilenstein in der Geschichte des Geburtshauses gefeiert wurde: der Einzug des Lichtes.
Nach drei Tagen waren die Arbeiten abgeschlossen und die Anlage konnte an die Betreiber übergeben werden. Als am Abend die Sonne unterging, wurde im Geburtshaus das Licht eingeschaltet. So können die Mitarbeiterinnen den werdenden Müttern besser helfen.
Zur Finanzierung des Anteils warben wir auch auf der Spendenplattform
betterplace.org
Die Reise nach Sierra Leone wurde auch dazu genutzt um die Berufsschule in Kamakwie zu besuchen und zu erkunden. In Gesprächen mit dem Schulleiter sollte herausgefunden werden wie wir die Berufsschule unterstützen können. Während der Zeit in Kamakwie wohnten unsere drei Ingenieure bei der Familie Karen und Tom Asher. Die Amerikaner Leben, arbeiten und unterstützen Kamakwie und gehören der methodistischen Kirche an. In ihrer Garage stand noch original verpackt eine Solaranlage, die von unseren drei Ingenieuren spontan aufgebaut wurde. Nach der Rückkehr aus Sierra Leone erhielten wir folgenden Dankesbrief.
"I don’t believe in coincidence, and I know it was divine inter-vention when the district super-intendent called and ask if I would be willing to feed three engineers from Engineers with-out Borders, who were coming to Kamakwie to evaluate the VoTech school for possible solar power. We had sent over in the container the first phase of a 5 phase plan to solarize the hospital. The diesel fuel to run the generator for 2 hours in the morning and 2 hours in the evening is one of the biggest line items in the hospital budget. We hope to replace the energy with solar to free up some money to pay our replacement national physician. We had not really unpacked the solar equip-ment from the container as the medical equipment took prece-dence but we knew some was thieved in Freetown after the container arrived. The German engineers asked to see our equipment and then offered to install it and teach a local man about the installation! Although Tom and I had studied as much as we could about solar, I don’t think we would have had the know how to substitute the missing pieces. On the next page we have a picture of our solar “command center”! You will notice that the fuses which were stolen have been replaced by car fuses in a plastic basket! So now we have cold water and ICE! And we are assisting a neighbor who is raising three children while her husband is away working on his Master’s in education. She is a preschool teacher and now she brings a basket of small plastic bags which she has filled with kool-aid or milk and puts them in the freezer for the night and then sells them the next day at the school. So these engineers who just “happened” to come to Kamakwie, taught a man about solar, helped an American family tolerate the extreme heat of spring in Kamakwie, taught us what we need for the next 4 phases of solar, and helped a family make ends meet!"
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